Whale Watching - Pro und Contras von Walbeobachtungen

Wale üben eine große Faszination auf uns Menschen aus. Allein aufgrund Ihrer puren Größe ist ihr Anblick ein unvergleichliches Erlebnis. Es ist verständlich, wenn man Wale einmal in Ihrer natürlichen Umgebung sehen möchte. Seite Anfang der Achtziger Jahre unseres letzten Jahrhunderts hat sich der Waltourismus entwickelt. Einerseits stellen Walbeobachtungen immer einen Eingriff in den natürlichen Lebensraum der Wale dar, anderseits fördern solche Programme den Schutz. Regionen, die teilweise vom Walfang lebte, können durch Beobachtungstouren Geld verdienen und gleichzeitig finden die Meeressäuger mehr Beachtung in der Bevölkerung. Doch was sollte man beachten und wie kann man Wale ökologisch verträglich beobachten? Im Folgenden sollen mögliche Formen, Regeln und Alternativen des Whale-Watchings aufgezeigt werden.

Welche Formen der Walbeobachtung gibt es?

Am bekanntesten ist die Beobachtung vom Boot aus. Geführte Touren fahren bekannte Stellen für die Walbeobachtung an und von Bord aus kann man die Wale vorbeischwimmen sehen. Mittlerweile gibt es Angebote, bei den die Wale vom Helikopter oder aus dem Flugzeug heraus beobachtet werden. In manchen Regionen kann man Wale sogar von Beobachtungspunkten am Land sehen. Letztere Form ist, wenn immer möglich, empfehlenswert, da man so nicht in den Lebensraum der Wale eindringt.

Die Beobachtung vom Boot, aus dem Flugzeug oder vom Helikopter aus verursacht Lärm und kann die Wale verscheuchen und schlimmstenfalls in Panik versetzen. Wobei die Beobachtung vom Flugzeug aus in der Regel aus großer Höhe erfolgt. Mit dem Helikopter kann man schnell größere Entfernungen überbrücken und die Wale leichter finden. Obwohl die Aussicht auf eine erfolgreiche Walsichtung sehr groß ist, ist diese Art der Beobachtung weniger empfehlenswert, aufgrund der starken Lärmentwicklung.

Regeln für Walbeobachtungen

Von Walbeobachtungen vom Boot aus ist nicht grundsätzlich abzuraten. Hierbei sollten jedoch einige wichtige Regeln eingehalten werden um die Störung der Wale so gering wie möglich zu halten und den Tieren keinen unnötigen Stress auszuliefern. Die wichtigsten Regeln sind:

  • Das Wohl der Tiere steht an erster Stelle, vor dem Drang der Beobachter die Tiere möglichst aus unmittelbarer Nähe zu sehen.
  • Touren sollten ausschließlich von erfahrenen Kapitänen durchgeführt werden um Kollisionen zu vermeiden.
  • Ein Mindestabstand von 100 Meter sollte zu den Tieren eingehalten werden. Bei Walschulen oder Muttertieren mit Kälbern sollte ein noch größerer Abstand eingehalten werden. Kommen die Wale von sich aus näher, kann der Abstand auch unterschritten werden.
  • Regionale Bestimmungen und Empfehlungen, oft als "Code of Conduct" bezeichnet, sollten strikt eingehalten werden.
  • Aktives Erfragen nach der Einhaltung dieser Regeln, zeigt den Tourveranstaltern, dass Sie sich damit auseinandersetzen und Ihnen diese Regeln wichtig sind.
  • Laute Geräusche an Bord oder klopfen an die Bordwand sollten, aufgrund des feinen Gehörs der Wale, auf jeden Fall vermieden werden.
  • Je näher die Wale dem Boot kommen, desto langsamer und gleichmäßiger sollte die Fahrt sein.
  • Halten sich die Wale nahe dem Beobachtungsboot auf, dürfen Walgruppen und Muttertiere mit Kälbern auf keine Fall durch das Boot voneinander abgeschnitten werden.
  • Wale und Delfine dürfen auf keinen Fall gefüttert werden.
  • Idealerweise nutzt man Touren mit fachkundigem Personal, das Fragen beantworten kann, Informationen zu den Walen liefert und die Einhaltung der Verhaltensregeln überwacht.
  • Ein Vortrag zum Walschutz und den Walen im Allgemeinen vor der Tour fördert das Verständnis für die Tiere.

Sie als Kunde beeinflussen durch Ihre Forderungen und Vorstellungen die Veranstalter der Walbeobachtungen wesentlich. Fordern Sie die Einhaltung dieser Regeln ein hat dies direkten Einfluss auf die Anbieter. Und hält man sich an diese Regeln ist zudem die Aussicht auf ein langes, nachhaltiges Beobachtungserlebnis mit natürlichem Verhalten der Wale wesentlich höher als bei unbedachter Herangehensweise. Um das erlebte zu Dokumentieren, bietet es sich an eine Videokamera mit Zoomfunktion und/oder einen Fotoapparat mit Teleobjektiv (>200 mm Brennweite) mitzunehmen. So kann man selbst aus größerer Entfernung noch Aufnahmen machen.

Wo kann man überhaupt Wale beobachten?

In Nord- und teilweise sogar in der Ostsee lassen sich Delfine und Schweinswale beobachten. Touristische Waltouren zielen jedoch eher auf die großen Walarten ab. In Europa finden sich über 30 verschiedenen Delfin- und Walarten. Regionen in den Walen beobachtet werden können gibt es beispielsweise vor Island, vor Gibraltar, den Kanaren, im nördlichen Norwegen, Griechenland, Malta und sogar vor Italien. Vor der amerikanischen Küste, z.B. vor Florida, Vancouver Island oder Argentinien sowie vor Grönland gibt es zahlreiche Plätze für erfolgreiche Walbeobachtungen.

Alternativen zum Whalewatching

Für die Wale vollkommen stressfrei kann man lebensgroße Exemplare in Stralsund beobachten. Im dortigen Ozeaneum gibt es eine Ausstellung mit Modellen im Maßstab 1:1. In der abgedunkelten Halle kann man sich in Liegenstühlen die Wal-Modelle vom Boden aus ansehen oder von der Aussichtsplattform Auge in Auge treten. In der Halle werden kontinuierlich Walgesänge abgespielt.

Mehr zu der Ausstellung unter: www.ozeaneum.de

Wale in Argentinien beobachten

An der argentinischen Atlantikküste kann man verschiedene Glattwale beobachten.